Warum Flüchtlinge in uns eine Hass-Liebe auslösen

Warum Flüchtlinge in uns eine Hass-Liebe auslösen

27. September 2015
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Hast Du in letzter Zeit etwas zum Thema Flüchtlinge in den Medien gehört? Ja? Dann bist Du nicht alleine!

Im Moment haben wir gar keine andere Wahl, als uns von einer Flut von Medienberichten überrollen zu lassen.

Das Thema ist allgegenwärtig. Und man hat absolut keine Chance, den endlosen Schreckensmeldungen zu entfliehen.

Gebe ich den Begriff „Flüchtlinge“ bei Google ein, dann übertrumpfen sich die Schlagzeilen geradezu in ihrer Dramatik:


  • „Flüchtlingskrise im News-Ticker“
  • „Flüchtlinge: gefälschte Papiere“
  • „Brandanschlag auf Unterkunft“
  • „Terrorverdacht gegen Flüchtlinge“
  • „Flüchtlinge vergewaltigen 19-Jährige“


Solche Meldungen erwecken bei einem Leser zwangsläufig das Bild, dass Flüchtlinge Unmenschen sind.

Würde ich mich nicht besonders gut mit Psychologie auskennen, dann würde ich nach so einer konstanten Flut von negativen Berichten auch irgendwann einmal denken:


„Warum sollte ich als ehrenamtlicher Helfer überhaupt noch Menschen unterstützen, die meinem Land nur Leid und Schmerz bereiten?“


Und als Folge daraus meine Hilfe einstellen.


Aber ich weiß es besser. Ich weiß, dass die Medienlandschaft davon lebt, Schreckensmeldungen zu verkünden. Ich weiß, dass Schreckensmeldungen Aufmerksamkeit bekommen. Und sich Drama verkaufen lässt.

Und wenn ich dagegen aus eigener Erfahrung berichte, dass sich Flüchtlinge neulich in einer Unterkunft zu einer Gruppe von 20 zusammengeschlossen haben, angefangen haben, Volkslieder zu singen und gemeinsam fröhlich getanzt und gefeiert haben, dann würde das ein Leser der einschlägigen Drama-Zeitungen eher nicht erfahren.

Denn erstens würde das von den Presseleuten überhaupt nicht registriert werden, weil sie nicht vor Ort sind und es wie die freiwilligen Helfer live miterleben und zweitens würde es nicht veröffentlicht werden, weil der Fokus der Medien nicht auf guten Nachrichten liegt.

Aber doch! Man möge es kaum glauben, aber genau solche fröhlichen Szenen spielen sich auch in Flüchtlingsunterkünften ab! Sogar in den gleichen Unterkünften, aus denen die in den Medien hervorgehobenen, vergewaltigenden, klauenden und betrunkenen „Verbrecher“-Flüchtlinge kommen.


Auch solche herzenserwärmenden Szenen werden von Menschen geschaffen, die alles andere im Sinn haben, als unser Land zu verwildern und zerstören zu wollen.

Und wenn Du, lieber Leser, liebe Leserin, denkst, dass all das, was Du über die Medien zum Thema Flüchtlinge erfährst, geeignet ist, um sich ein vollständiges Bild über Flüchtlinge zu verschaffen, dann werde ich Dich hier und jetzt – ein für alle mal – enttäuschen müssen:

Nein! Das Bild, das Du von Flüchtlingen über die Medien erhältst, eignet sich NICHT, um Menschen zu beurteilen, die zu einem großen Teil noch nicht einmal freiwillig hier sind.


Und darum lade ich Dich auch jetzt direkt ein, Dir ein eigenes, medienunabhängiges Bild von diesen Menschen zu verschaffen. Von Menschen, die mit ihren 6 Monate alten Kindern hier her kommen. Von Menschen, die sich über jegliche Unterstützung freuen!

Ich lade Dich dazu ein, Dir ein Bild zu verschaffen, das realitätsnaher ist. Von Menschen, die – genau wie Du und ich – überleben wollen. Menschen, die ein sicheres Zuhause haben wollen. Menschen, die – genau wie wir – für ihr Geld arbeiten möchten. Und essen und tanzen und Spass haben wollen.

Und spätestens dann wirst Du feststellen, dass wir uns von den sogenannten „Flüchtlingen“ eigentlich gar nicht so sehr unterscheiden. Denn im Kern sind wir alle gleich:


Wir sind Menschen.


Biete deswegen jetzt Deine Mithilfe in einer unserer Außenstellen an, stelle fest, was es heißt, einem fremden Menschen ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern und lerne die Menschen kennen, die Du aus den Medien nur als Unmenschen kennst:

→ http://fluechtlingshilfe-karlsruhe.de/mithilfe-nach-aussenstelle/
→ http://fluechtlingshilfe-karlsruhe.de/mithilfe-nach-art/



Danke!

Aljoscha Laschgari
Flüchtlingshilfe am KIT

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